Interview: Tradition und Innovation – Familienunternehmen seit über 50 Jahren

Tradition und Innovation - wie lässt sich das in einem so lange bestehendem Familienunternehmen vereinen? Von den Anfängen über den Mauerfall bis hin zur Zukunftsplanung: Ein Interview von Franziska Heinen mit Vater und Geschäftsführer Peter Heinen.
Interview mit Geschäftsführer Peter Heinen

Inhaltsverzeichnis

Stell dich doch einmal vor!

„Mein Name ist Peter Heinen und ich bin geschäftsführender Gesellschafter der Firma HEINEN Elektronik. Nach meinem Elektrotechnik-Studium bin ich Mitte der 1980er Jahre als Softwareentwickler in das Unternehmen eingetreten. Später habe ich von meinem Vater die Geschäftsführung übernommen.“

Was macht HEINEN Elektronik?

„HEINEN Elektronik wurde 1969 von meinem Vater als Ingenieurbüro gegründet. Wir machen kundenspezifische Industrieelektronik – von der Bauteil-Entwicklung über die Fertigung mit THT- und SMD-Bestückung bis hin zur Bauteilprüfung und Reparaturservice.“

Was hat deinen Vater damals zur Gründung bewogen?

„Mein Vater war damals selbst als Ingenieur beschäftigt, zu einer Zeit, in der die ersten Transistoren gebaut und die ersten ICs auf den Markt kamen. Diese neue Technik wollte er in dem Unternehmen einführen, in dem er tätig war. Dies ist ihm leider nicht gelungen ist, da er schnell auf Widerstand der alten Garde gestoßen ist. Also beschloss mein Vater, sich selbständig zu machen und diesen Geschäftsbereich als Ingenieurbüro aufzubauen.“

Wie hat sich das Unternehmen in den letzten 50 Jahren entwickelt?

„Mein Vater hat ganz klein angefangen. Nach relativ kurzer Zeit ist er in gemietete Räume nach Haan gezogen und fing an, auch selbst zu produzieren, d.h. wir haben eine kleine Produktion aufgebaut. Damals war Elektronik noch was Neues, dementsprechend war der Bedarf an Automatisierung mit Elektronik sehr groß.

Während der erste Mensch auf dem Mond landet, wagt Hans M. Heinen den ersten Schritt in die Selbstständigkeit. Nicht in der Garage, sondern im Keller eines früheren Arbeitskollegen werden die ersten Geschäfte abgewickelt. Lesen Sie hier die gesamte Firmenhistorie.

Es gab viele Projekte, in die wir einsteigen konnte. Das Unternehmen florierte und in den 80er Jahren zogen wir in eine eigene Halle, die wir selbst gebaut hatten. Mit unseren Kunden sind wir weiter gewachsen, sodass wir 1990 einen Anbau benötigten, in dem wir noch heute sitzen.

Erstes Firmengebäude 1981, heute Elektronikfertigung
1990 erhielt die Produktionshalle einen größeren Anbau

Nach dem Mauerfall brach das Geschäft leider ein. Unsere damaligen Kunden hatten viel in die sich auftuenden Ostmärkte investiert. Nach der Wende blieben die Aufträge aus und unsere Kunden wurden in verschiedene Sparten zerschlagen. Daraufhin mussten wir einen neuen Kundenstamm aufbauen, was uns glücklicherweise auch gelungen ist. Mittlerweile haben wir verschiedene Kunden, mit denen wir zusammenarbeiten, die weiter wachsen und die dank unserer Elektronik erfolgreich am Markt bestehen können.“

Tradition und Innovation – wie lässt sich das in einem so lange bestehenden Familienunternehmen vereinen?

„Tradition ist Familienunternehmen. Ich bin jetzt in der zweiten Generation tätig, meine Kinder sind auch schon ins Geschäft eingestiegen. Unser Geschäftsmodell ist noch immer die kundenspezifische Entwicklung und Fertigung von Industrieelektronik. Dort sehen wir auch unsere Tradition – in der Betreuung von Kunden, die teilweise schon seit 20 bis 30 Jahren mit uns zusammenarbeiten.

Natürlich haben unsere Kunden immer neue Wünsche, denn die Technologie schreitet stetig voran. Wenn ein Kunde neue Anforderungen stellt, entwickeln wir die Produkte, wie der Kunde sie benötigt – da sind selbstverständlich auch Innovationen gefragt.“

Welche Rolle spielen IIOT, Robotik und Automatisierung für unser Unternehmen?

„Da wir nur kundenspezifisch entwickeln, spielen diese Begriffe bei uns keine so große Rolle – bis ein Kunde kommt, der dieses Thema bedient haben möchte. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden mit Aufgabenstellungen kommen, die nicht immer unbedingt dem entsprechen, was wir bereits gemacht haben. Wenn ein Kunde mit neuen Anforderungen kommt, arbeiten wir uns in diese Themen ein und entwickeln entsprechende Produkte. Aktuell haben wir auch Anfragen aus dem IOT-Bereich im Haus.“

Was ist für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens geplant?

„Die zukünftige Entwicklung sehe ich recht positiv. Es gibt immer wieder Kunden, die spezielle Elektronik benötigen. Derzeit planen wir die Modernisierung unserer Fertigung sowie einen Ausbau der Kapazitäten und unserer Entwicklungsabteilung, um auch künftig auf die aktuell wachsende Marktsituation reagieren zu können.“

Das ganze Interview: Rückblick auf 50 Jahre u. aktuelle Herausforderungen

Wir berichten aus über 50 Jahren Familienunternehmen, besprechen aktuelle Herausforderungen wie z.B. die Energie- und Bauteilkrise und geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Das ganze Interview finden Sie hier: