Konkurrenz aus Fernost: Lohnt sich die Zusammenarbeit mit regionalen EMS-Dienstleistern noch?

Seit einigen Jahren, fast schon Jahrzehnten, wird immer mehr Elektronik in Asien produziert – immer billiger, immer mehr. Das liegt vor allem daran, dass die Arbeitskosten in Asien niedriger sind als in Europa. Im Zuge der Bauteilknappheit und vermehrten Stromausfällen in chinesischen Produktionshallen kam es in den vergangenen Monaten jedoch zu vermehrten Lieferschwierigkeiten aus Asien. Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf uns als regionalen EMS-Dienstleister mit kleinen Stückzahlen? Wir haben Geschäftsführer Peter Heinen gefragt.
Produktionshalle eines EMS-Dienstleisters

Inhaltsverzeichnis

Welche Auswirkungen hat die Konkurrenz aus dem fernsten Osten auf unser Geschäft als EMS-Dienstleister in Deutschland?

„Wir haben keine direkte Konkurrenz im Osten, denn diese individuelle Elektronikfertigung ist nichts, was ins Ausland ausgelagert werden kann. Allerdings bieten wir auch reine Lohnbestückung an und dort merken wir, dass die Preise in den letzten Jahren gesunken sind. Das liegt jedoch nicht an der direkten Konkurrenz aus Asien, sondern vielmehr an großen deutschen EMS-Dienstleistern, die aufgrund abgewanderter Kunden nun vermehrt auf kleine und mittlere Serien setzen. Dahingehend machen uns nun EMS-Dienstleister aus Deutschland Konkurrenz, die früher keine Mitbewerber waren.“

Was macht einen wettbewerbsfähigen EMS-Dienstleister heutzutage aus?

„Im Moment vor allem die Flexibilität. Wir als kleinerer EMS-Dienstleister mit kleineren Stückzahlen und kleineren Losgrößen sind deutlich schneller in der Lage, die Aufträge umzuswitchen, Aufträge vorzuziehen oder nach hinten zu schieben, um so den Kundenwünschen möglichst gerecht zu werden.“

Wieso die Flexibilität derzeit eine besonders wichtige Rolle spielt, erfahren Sie in unserem Interview zur Bauteilknappheit in der Elektronikindustrie.

Wieso lohnt sich die Zusammenarbeit mit regionalen EMS-Dienstleistern heute noch bzw. wieder?

„Es ist wichtig, bei auftretenden Schwierigkeiten einen direkten Kontakt zu haben, um diese Probleme schnell zu lösen. Bei neuen Aufgabenstellungen ist es auch wichtig, mal vor Ort zu sein, um einfach mal zu sehen, wie das das Gerät aussieht, für welches die Elektronik gebaut werden soll. Der Kunde kann für die Inbetriebnahme zu uns kommen und wir können vor Ort zum Kunden fahren. Das sind alles unschlagbare Argumente, die über größere Entfernung nicht funktionieren. Dieser Kontakt Auge zu Auge schafft Vertrauen – man weiß einfach, wen man vor sich hat. Das bringt viele Vorteile für die Zusammenarbeit.“

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Welche Auswirkungen die Bauteilknappheit und Energiekrise auf uns haben, wie sich Innovation und Tradition im Familienunternehmen vereinen lassen und wie aus einer Anfrage ein Kunde wird, erfahren Sie in unserem ausführlichem Interview mit Geschäftsführer Peter Heinen.